Worum handelt es sich bei der Veneninsuffizienz?

Die Veneninsuffizienz (auch Venenschwäche) ist weitverbreitet. Deutlich hervortretende Venen oder auch geschwollene Beine nach längerem Stehen liefern häufig den Hinweis, dass die Venen in ihrer Funktion gestört werden. Die Ausbreitung der Erkrankung schreitet langsam voran, steigert sich jedoch allmählich, insofern diese unbehandelt bleibt. Aus diesem Grund kann von unterschiedlichen Schweregraden gesprochen werden.

Wie entsteht die Funktionsstörung?

In vielen Fällen handelt es sich bei der Veneninsuffizienz um eine vererbbare Krankheit. Hier sind gleich mehrere Mitglieder einer Familie betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Venenschwäche ebenfalls. Die ersten Anzeichen machen sich frühestens im 30. Lebensjahr bemerkbar. Ist die Blutzufuhr gestört, so wird die Funktionsweise der Venen beeinträchtigt. Es kommt zu Schmerzen, Schwellungen, sichtbaren Venen und weiteren symptomatischen Folgen.

Die Symptome einer Venenschwäche

Müde, schmerzende und geschwollene Beine sind häufig ein Anzeichen für die Erkrankung, vor allem wenn die Symptome am Abend auftreten. In warmen Sommermonaten können die Beschwerden mitunter zunehmen. Die Blutgefässe erweitern sich durch die Wärme. Insgesamt variieren die Symptome der Veneninsuffizienz, da unterschiedliche Schweregrade vorliegen können. Typisch sind:

  • Besenreiser (feine, spinnennetzartige Venenzeichnungen, primär rückseitig der Oberschenkel)
  • deutliches Hervortreten der Venen an Wade, Kniekehle und Unterschenkel
  • Krampfadern (verdickte, gewölbte, bläulich geschlängelte Venen an Unterschenkel und Wade)
  • Ödeme (Wasseransammlungen) am Knöchel und in den Unterschenkeln
  • Hautveränderungen (offene Hautstellungen, bräunliche Pigmentierungen an den Knöcheln, trockene und juckende Hautbereiche (Ekzeme))

Wissenswert: Das letzte Symptom weist auf eine chronisch venöse Veneninsuffizienz hin.

Wer ist am häufigsten betroffen?

Frauen sind viel häufiger von der Veneninsuffizienz betroffen als Männer. Grund dafür ist der besondere Aufbau des Bindegewebes. Für ein lockeres Bindegewebe sorgen zusätzlich die weiblichen Geschlechtshormone, das Östrogen. Ein besonders hohes Risiko bringt die Schwangerschaft mit sich, da die Östrogenkonzentration während dieser Zeit besonders hoch ist. Der Babybauch belastet die Beinvenen zusätzlich und drückt auf die Venen im Beckenbereich.

Wer unter Übergewicht leidet, steigert das Risiko ebenfalls. Vorangegangene Blutgerinnsel in den Venen (Thrombose) begünstigen Venenschwächen zusätzlich. Wer Tätigkeiten ausübt, die mit langem Stehen und Sitzen verbunden sind, hat ebenfalls ein höheres Risiko.

Die Diagnose

Bei einer Veneninsuffizienz wird der Besuch bei einem Facharzt für Gefäss- und Venenerkrankungen (Phlebologen) empfohlen. Zunächst wird die sogenannte Anamnese erstellt, in der unter anderem familiäre Erkrankungen sowie Vorerkrankungen erfasst werden. Im Anschluss findet eine körperliche Untersuchung mit Blick auf Besenreiser und andere Anzeichen für die möglich Veneninsuffizienz statt. Um den Zustand der Venen zu beurteilen, kommt die Ultraschalluntersuchung zum Einsatz. Hier kann ermittelt werden, ob die Venenklappen defekt sind. Auch der Blutstrom wird anhand der Doppler-Sonografie sichtbar gemacht und untersucht. Blutgerinnsel und einen gestörten Blutfluss kann der Arzt auf diesem Weg feststellen.

Die Behandlung

Vor allem die Ausprägung der Venenschwäche bestimmt die anwendbare Therapieform. Ein wichtiger Bestandteil ist es, den Blutfluss zu unterstützen. Kompressionsverbände und -strümpfe werden nicht selten verschrieben. Sie drücken die Venen zusammen, wodurch ein Rückstau des Blutes verhindert wird. Bei stark ausgeprägten Ödemen können entwässernde Medikamente helfen. Hautekzeme werden mit feuchtigkeitsspendenden, entzündungshemmenden Salben und Cremes behandelt. Für seine positive Wirkung ist auch der Extrakt aus der Rinde der französischen Strandkiefer bekannt. Die Produkte von Pinus Pygenol helfen mit diesem hochwertigen Inhaltsstoff, Blutgefässe zu stärken und zu schützen.

Besenreiser werden häufig aus kosmetischen Gründen als störend empfunden. Aus medizinischer Sicht bedürfen sie nicht zwingend einer Behandlung. Mithilfe einer chemischen Substanz hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit, die Besenreiser zu veröden (Sklerosierungstherapie). Die Substanz wird hierbei in das betreffende Gefäss gespritzt. Auch für kleinere Krampfadern ist diese Methode bestens qualifiziert.

Das sogenannte Venenstripping kommt bei grösseren Krampfadern infrage, wenn gesundheitliche Beschwerden präsent sind. Hierbei werden grössere Venenabschnitte operativ entfernt. Die betroffenen Gefässabschnitte können alternativ auch via Laser oder Radiowellen verschlossen werden.

Vorbeugung

Bei erblichen Ursachen ist eine Vorbeugung kaum möglich. Jedoch kann der Verstärkung der Venenprobleme entgegengewirkt werden. Eine gute Option ist die regelmässige Bewegung. Ob Schwimmen, Radfahren, Walken oder die Treppe statt des Liftes zu wählen, all diese Optionen beugen einer verstärkten Veneninsuffizienz vor.

Wer viel stehende oder auch sitzende Tätigkeiten ausübt, sollte eine gezielte Fussgymnastik in den Alltag integrieren. Hierzu können die Fussspitzen abwechselnd Richtung Schienbein und Boden bewegt werden. Des Weiteren ist es hilfreich, mit den Füssen zu kreisen sowie nach vorne und hinten zu wippen.

Auch die Vermeidung von Übergewicht kann der Venenschwäche entgegenwirken. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse hält lange fit und gesund. Auf Süsses und fetthaltige Lebensmittel sollte verzichtet werden.

Fazit

Die Veneninsuffizienz ist in den meisten Fällen erblich bedingt und trifft vermehrt Frauen. Mit der richtigen Vorbeugung können die Risiken der Erkrankungen geschmälert werden. Auch die Behandlungsaussichten sind gut. Wer die Venenschwäche frühzeitig erkennt und behandeln lässt, arbeitet gezielt gegen die Unannehmlichkeiten des Krankheitsbildes.